What is TwinOxide?

Mittwoch, 21. Januar 2015

Kot und zu viel Chlor in Basler Hallenbädern

http://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/kot-und-zu-viel-chlor-in-basler-hallenbaeder-128755626

Kot und zu viel Chlor in Basler Hallenbädern

Wirklich sauber ist ein Hallenbad nur, wenn es leer ist. Wie zum Beispiel das 25-Meter-Becken des Rialto-Hallenbads vor seiner Wiedereröffnung im September 2013. Quelle: Juri Junkov/Fotograf
Wirklich sauber ist ein Hallenbad nur, wenn es leer ist. Wie zum Beispiel das 25-Meter-Becken des Rialto-Hallenbads vor seiner Wiedereröffnung im September 2013.
Quelle: Juri Junkov/Fotograf
Ein Labor-Bericht zeigt, dass einige Basler Hallenbäder die vorgeschriebenen Qualitätsnormen nicht einhalten. Darin steht, dass 30 von 188 Wasserproben aus 24 Basler Hallenbädern bemängelt wurden. von David Egger
Es stinkt nach Chlor und darum ist das Hallenbad hygienisch: Das denkt sich wohl so mancher, der in Hallenbädern seine Bahnen schwimmt. Und gesund ist Schwimmen sowieso. Oder nicht? Ein Bericht des Kantonalen Laboratoriums Basel-Stadt lässt jedenfalls aufhorchen.Darin steht, dass 30 von 188 Wasserproben aus 24 Basler Hallenbädern bemängelt wurden. Das Wasser war entweder nicht sauber oder enthielt zu viel Chemie.In zwei Proben fand das Labor das Bakterium Escherichia coli, besser bekannt unter seiner Abkürzung E. coli. Für Chemiker ist der Keim ein sogenannter Fäkalindikator, für den eigentlich Nulltoleranz gilt. Er zeigt an: Im Wasser sind menschliche Fäkalien vorhanden.Bedeutet das, dass in zwei Hallenbädern das eine oder andere Häufchen im Schwimmbecken umhertrieb? Sylvia Gautsch, Autorin der Studie, verneint: «Es handelt sich um kleine, nicht sichtbare Mengen Stuhl.»Dass diese ins Badewasser gelangen, hat zum einen mit dem Abgang von Blähungen zu tun. Zum anderen hafte dem Hintern immer ein wenig Material an, da mag der selbige noch so gut geputzt werden, bestätigt Gautsch: «Wir Menschen sind schliesslich nicht steril.»Drei Hallenbäder mit zu viel HarnUnd so rein der Hintern oder so stark der Wille auch sein möge: Manchmal ist die Blase schwach. In drei Hallenbädern lag der Harnstoffgehalt über dem Toleranzwert. In sechs Proben war die Anzahl aerober mesophiler Keime – dabei handelt es sich um einen allgemeinen Hygiene-Indikator – zu hoch, lag also bei über 1000 pro Milliliter.Um all den Keimen und Verunreinigungen Herr zu werden, sind die Hallenbäder dazu verpflichtet, Chemie einzusetzen. Doch das Gleichgewicht zwischen Sauberkeit und Chemie bereitet den Bademeistern anscheinend Mühe: Sieben Proben wiesen eine zu kleine Chlormenge auf, sechs eine zu hohe. Der pH-Wert war bei neun Proben zu niedrig und bei einer Probe zu hoch.Gegen die 68-seitige Wasserqualitäts-Norm 385/9 des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) wurde in 16 Prozent der Proben verstossen. Knapp in Ordnung war die Qualität in 23 Prozent der Fälle, dort lagen die Werte im Toleranzbereich. In 115 Proben wurden indes die Richtwerte eingehalten. Das heisst: 61 Prozent der Wasserproben waren einwandfrei.Diese Ergebnisse locken eher in die heimische Badewanne als die öffentlichen Hallenbäder, zumal die Kunden nicht erfahren werden, welche Bäder nicht sauber sind oder wo zu viel Chemie ins Wasser läuft. Doch Sylvia Gautsch, Autorin des Berichts, gibt grundsätzlich Entwarnung: «Sorgen muss man sich keine machen. Das Wasser ist meistens in Ordnung.» Bei den ungenügenden Qualitätswerten handle es sich um sporadische Ausrutscher, die jedes Hallenbad treffen können. Und zwar jederzeit: Das Kantonslabor führte seine Kontrollen auch im vergangenen Jahr unangekündigt durch.Vom Qualitätsziel weit entfernt.Die Qualitätssicherung könne stark verbessert werden, heisst es unter anderem in den Schlussfolgerungen des Berichts. Null ungenügende Proben werden zwar kaum je erreicht. 16 Prozent sind indes zu viel. «Das Ziel sollte schon sein, den Wert ungenügender Proben auf unter 10 Prozent zu bringen», sagt Gautsch.Dass das erreicht wird, ist vorerst unwahrscheinlich. Denn die Entwicklung zeigt in eine andere Richtung: 2012 lag die Betriebsrate mit unbefriedigender Qualitätssicherung bei den öffentlichen Bädern (also den Schulbädern und dem Rialto-Bad) bei 8 Prozent. 2013 stieg dieser Wert auf 15 Prozent und im letzten Jahr auf 23 Prozent. Als unbefriedigend gilt die Qualitätssicherung, wenn eine Badeanstalt bei den Wasserproben einen Anteil ungenügender Ergebnisse von über 20 Prozent hat.Bei 11 der 24 untersuchten Hallenbäder handelt es sich um nicht öffentliche, also zum Beispiel Hotelbäder. Diese Badeanstalten schliessen noch schlechter ab. Die Betriebsrate mit unbefriedigender Qualitätssicherung betrug dort 36 Prozent in den Jahren 2012 und 2013. Im letzten Jahr stieg sie auf 45 Prozent. Vergleiche mit noch älteren Werten sind nicht möglich, da vor 2012 eine andere SIA-Norm galt.In der Umsetzung dieser Norm müssten die Hallenbadbetreiber noch routinierter werden, sagt Sylvia Gautsch. «Die Wasseraufbereitungsanlagen sind hochsensibel.» Sie korrekt zu steuern und zu unterhalten sei eine heikle Aufgabe, zumal mit jeder Person Keime ins Wasser kommen würden. Insofern könnte man sogar sagen: Wer badet, wird einen Teil seiner Keime los. Sicher ist jedenfalls: Schwimmen bleibt eine gesunde körperliche Ertüchtigung und stärkt die Abwehrkräfte.
(bz Basel)

Dienstag, 6. Januar 2015

Krankenhauskeime: Natürlicher Bakterienkiller entdeckt

http://derstandard.at/2000009501847/Krankenhauskeime-Natuerlicher-Bakterienkiller-entdeckt

Krankenhauskeime: Natürlicher Bakterienkiller entdeckt

Deutsche Wissenschafter haben ein potenzielles Antibiotikum entdeckt, das gegen die schwer zu bekämpfenden gramnegativen Bakterien wirkt

Die Erreger von Infektionserkrankungen Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae, Acinetobacter baumanii und Pseudomonas aeruginosa haben zwei große Gemeinsamkeiten: Sie gehören zu den sogenannten gram-negativen Bakterien und sind in Krankenhäusern besonders gefürchtet. Deutsche Wissenschafter haben nun ein potenzielles neues Antibiotikum entdeckt, das gegen diese schwer zu bekämpfenden Bakterien wirkt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im renommierten Journal "Angewandte Chemie International Edition".

Gefährliche Resistenzen

Immer mehr Keime entwickeln Resistenzen gegenAntibiotika, sodass diese einstigen Wunderwaffen ihre Wirkungskraft verlieren. Vor allem in Krankenhäusern stellt die steigende Anzahl resistenter Keime das Personal vor große Probleme und ist eine große Gefahr für die Patienten."Am schwierigsten zu behandeln ist die Gruppe der gram-negativen Bakterien. Diese besitzen zwei Zellmembranen. Potenzielle Wirkstoffe müssen durch beide hindurch, um eine Wirkung zu erzielen", sagt Rolf Müller, Geschäftsführender Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland, das gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig die aktuelle Studie veröffentlicht hat.
Dadurch sind die Anforderungen an mögliche Wirkstoffe wesentlich komplexer als bei den gram-positiven Bakterien, die nur eine Zellmembran besitzen. Trotz der komplexen Anforderungen ist es Müller und seinen Kollegen gelungen, aus dem Myxobakterium Cystobacter sp. einen Stoff zu isolieren, der auch gegen gram-negative Bakterien wirkt. "Wir haben eine aus chemischer Sicht vollkommen neue Stoffklasse entdeckt, die wir Cystobactamide getauft haben", sagt Müller. "In Experimenten haben wir gezeigt, dass diese gegen die gram-negativen Bakterien Escherichia coli und Acinetobacter baumannii wirksam sind."

Bakterien-Stoffwechsel behindern

Die Wirkstoffe sind also in der Lage, die doppelte Zellmembran zu durchdringen und die Bakterien so bekämpfen. Auch wie sie ihre Wirkung entfalten, konnten die Wissenschaftler bereits zeigen. "Wir konnten nachweisen, dass die Cystobactamide als Gyrasehemmer fungieren: Sie verhindern, dass die DNA der Bakterien platzsparend wie ein verdrillter Gartenschlauch verdichtet werden kann", erläutert Müller.
Wird dieser Vorgang gestört, kann die DNA auch nicht mehr korrekt abgelesen werden und der Stoffwechsel wird entscheidend behindert. Gyrasehemmer an sich sind nichts Neues. Ganz im Gegenteil: Viele der bisherigen und wirksamsten Antibiotika basieren auf diesem Prinzip. "Allerdings konnten wir erstmals einen Wirkstoff aus Naturstoffen gewinnen, der so funktioniert", sagt Müller.
Das Potenzial der bekannten, chemisch hergestellten Gyrasehemmer ist praktisch ausgeschöpft. Sie können nach jahrzehntelanger Verbesserung nicht weiterentwickelt werden. In der neuen Stoffklasse der Cystobactamide hingegen gibt es noch vielfältige Optimierungsmöglichkeiten.
"Wir hoffen, durch chemische Veränderungen vor allem die Wirkung gegen gram-negative Bakterien weiter verstärken und verbreitern zu können", sagt Müller. "Sollte uns das gelingen, sind Cystobactamide ein echter Hoffnungsträger im Kampf gegen Krankenhauskeime und andere gram-negative Bakterien." (red, derStandard.at, 17.12.2014)

Malaysias Regierungschef infizierte sich in Überschwemmungsgebieten

http://www.tt.com/home/9452121-91/malaysias-regierungschef-infizierte-sich-in-%C3%BCberschwemmungsgebieten.csp

Malaysias Regierungschef infizierte sich in Überschwemmungsgebieten


Kuala Lumpur (APA/dpa) - Malaysias Regierungschef Najib Razak hat sich nach mehreren Besuchen in Überschwemmungsgebieten mit Kolibakterien infiziert. Der Regierungschef müsse sich ein paar Tage ausruhen, teilte sein Büro am Montag mit. Es brachte die Infektion mit dem Darmkeim Escherichia coli (E. coli) mit den Besuchen in den Hochwassergebieten in direkten Zusammenhang.
„Ich werde die Organisation der Hilfe von zu Hause aus überwachen“, twitterte der Regierungschef. Das Land hat seit Jahrzehnten nicht mehr so schwere Überschwemmungen erlebt wie in diesem Jahr. Auslöser sind die um diese Jahreszeit üblichen Monsunregen. 80 Menschen sind dabei umgekommen, 250.000 mussten zeitweise aus ihren Häusern fliehen.
Prävention möglich!


Dienstag, 2. Dezember 2014

Test auf Salmonellen für Verbraucher entwickelt

http://www.analytik-news.de/Presse/2014/717.html





02.12.2014
Test auf Salmonellen für Verbraucher 

entwickelt
http://www.laborinformation.de/adserver/www/delivery/lg.php?bannerid=171&campaignid=58&zoneid=32&loc=1&referer=http%3A%2F%2Fwww.analytik-news.de%2FPresse%2F2014%2F717.html&cb=5a8a813d32

Das ifp Institut für Produktqualität untersucht ab sofort im Auftrag von Verbrauchern Küchenhygieneproben auf Salmonellen und Coli-Bakterien. Ob die mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbaren Krankheitserreger auf Schneidebrettern, Arbeitsflächen oder im Kühlschrank verteilt sind, können Privathaushalte über mit einem einfachen Tupfertest ermitteln. Die Analyse wird im akkreditierten Labor des ifp durchgeführt.

Bereits im Oktober hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) Verbraucher in einem YouTube-Video auf die Infektionsrisiken bei der Zubereitung von rohem Fleisch hingewiesen. 2011 enthielten 6,3 Prozent aller amtlich untersuchten Hähnchenfleischproben Salmonellen; auch über Hackfleisch oder Eier können die Erreger in die Küche gelangen. Oft kommt es so zu einer unbewussten Verbreitung der Erreger. Ein typisches Infektionsbeispiel ist die Zubereitung von verzehrfertigen Lebensmitteln auf einem Küchenbrett, das zuvor mit rohem Geflügelfleisch in Kontakt war.

Der vom ifp Institut für Produktqualität angebotene Küchenhygienetest besteht aus einem Probenröhrchen mit integriertem Wattetupfer. Die zu untersuchende Oberfläche wird mit dem Tupfer abgerieben und dieser anschließend per Post an das Labor geschickt. Hier wird die Untersuchung auf Salmonellen und den Darmkeim / Escherichia coli / (Coli-Bakterien) durchgeführt. Letztere deuten auf fäkale Verunreinigungen und damit auf mangelhafte Hygiene hin.

Übrigens: Salmonellen-Infektionen werden mitunter auch durch Haustiere ausgelöst. "Katzen und Hunde können die Keime über ihre eigenen Ausscheidungen oder nach Kontakt mit der Umwelt in den Haushalt tragen und sie so auch auf Oberflächen verteilen, die mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommen. Reptilien und Vögel sind ebenfalls als Wirtstiere für Salmonellen bekannt", sagt Birgit Michel, Hygienemanagerin beim ifp Institut für Produktqualität. "Sogar Menschen können nach einer abgeklungenen Erkrankung Salmonellen-Dauerausscheider sein, ohne selbst entsprechende Symptome zu zeigen."

Kontakt
Tobias Hein
Tel. 030 / 76 68 60 - 29 
hein@produktqualitaet.com


Donnerstag, 27. November 2014

Die Gefahr lauert auf dem Schneidebrett

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Gefahr-lauert-auf-dem-Schneidebrett/story/10455186

Die Gefahr lauert auf dem Schneidebrett
Resistente Superkeime werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen. Eine neue Studie zeigt, wie sie sich verbreiten - und auch in unsere Küchen vordringen.

Keimschleuder Küchenbrett: Auf 12 Prozent aller Schneidebretter, auf denen Geflügel geschnitten wird, bleiben multiresistente Supererreger zurück.


Keimschleuder Küchenbrett: Auf 12 Prozent aller Schneidebretter, auf denen Geflügel geschnitten wird, bleiben multiresistente Supererreger zurück.
Von Felix Schindler
Redaktor Inland
@f_schindler17:17

Sie sind bloss vier oder fünf Tausendstel Millimeter gross – und scheinen einen ungeheuren Überlebenswillen zu haben. Sie eignen sich ständig neue Fähigkeiten an, um ihre Feinde abzuwehren. Nicht mit klassischer Verteidigung, sie zerstören ihre Widersacher. Das Bakterium Escherichia coli, das die sogennante Resistenz ESBL bildet, ist ein multiresistenter Superkeim.
E. coli leben friedlich im Darm von Menschen und Tieren. Ausserhalb ihres Zuhauses sind sie Verursacher von Blutvergiftungen und zahlreichen Infektionen, etwa an den Harnwegen oder der Gallenblase. Das war lange kaum ein Problem: Bis vor 10 Jahren konnten 99 Prozent dieser Mikroorganismen mit Antibiotika bekämpft werden. Heute sind bereits 10 Prozent dieses Typs resistent gegen zahlreiche Wirkstoffe. Die Zahl der Keime, gegen die kein Kraut mehr gewachsen ist, nimmt ständig zu. Wegen multiresistenten Keimen wie diesen sterben jedes Jahr rund 2000 Menschen in der Schweiz.
Jedes zweite Paar Handschuhe verseucht
Bisher war bekannt, dass die Übertragung von E. coli von Mensch zu Mensch erfolgt, etwa beim Händeschütteln. Inzwischen haben Wissenschafter des Universitätsspitals Basel und der Universität Zürich einen weiteren Übertragungsweg nachgewiesen: die Küche. Sie untersuchten 298 Schneidebretter, 154 stammten aus Krankenhausküchen, 144 aus privaten Haushalten. Auf jedem zwanzigsten entdeckten die Forscher brandgefährliche Keime, sogenannte ESBL-bildende Keime. Dies geht aus einer im Mai in einem Fachjournal publizierten Studie hervor. Sämtliche Funde haben eines gemeinsam: Auf jedem kontaminierten Schneidebrett wurde zuvor Geflügel verarbeitet. Rind, Schwein, Lamm, Wild, Fisch und Gemüse hinterliessen keine ESBL-Bildner.
Das heisst: Auf 12 Prozent aller Schneidebretter, auf denen Geflügel geschnitten wurde, setzte sich der lebensgefährliche Keim ab. Die Zahl von kontaminierten Küchenutensilien war in Spitalküchen fast doppelt so hoch wie in privaten. Noch eindeutiger fiel die Analyse von Latexhandschuhen aus den Spitalküchen aus: Jedes zweite Paar Handschuhe, das für die Verarbeitung von Geflügel verwendet wurde, war mit ESBL-bildenden Bakterien verseucht. Die Forscher kamen zum Schluss: «Unsere Studie liefert den Nachweis, dass Küchengeräte und Hände leicht mit ESBL-bildenden E. coli kontaminiert werden, wenn damit rohes Geflügel verarbeitet wird. Dies stellt eine wichtige potenzielle Ursache für die weitere Übertragung sowohl in Spitalküchen als auch in privaten Haushalten dar.»
Strategie gegen Superkeime soll nächstes Jahr verabschiedet werden
Die Resultate der Studie sind allerdings nicht ganz so bedrohlich, wie es im ersten Moment klingt. Der Keim kann von Händen und Schneidebrett weggeschrubbt und beim Waschen bei mindestens 60 Grad abgetötet werden – nur abspülen oder abwischen reicht nicht. So halten es die Forscher für wahrscheinlich, dass die Hygienemassnahmen in vielen Küchen lückenhaft sind und der Verbreitung von weiteren multiresistenten Kulturen Vorschub geleistet wird.
Der Bund erarbeitet seit letzten Sommer eine Strategie, wie er der wachsenden Bedrohung durch antibiotikaresistente Erreger begegnen will. Die Verabschiedung der Strategie gehört zu den Zielen des Bundesrates für das kommende Jahr, die er gestern veröffentlicht hat. Wie einschneidend die Forderungen der Strategie sein werden, ist derzeit noch offen. In den vergangenen Jahren hatte das Parlament jeweils konkrete Massnahmen vorgeschlagen, etwa ein Gütesiegel für antibiotikafreies Fleisch oder eine Meldepflicht für gewisse Infektionen. Diese Anregungen hat der Bundesrat stets zurückgewiesen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
(Erstellt: 27.11.2014, 15:52 Uhr)



Mittwoch, 22. Oktober 2014

Forscher entschlüsseln, wie Keime Antibiotika abwehren

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Forscher-entschluesseln-wie-Keime-Antibiotika-abwehren;art675,1091061

Forscher entschlüsseln, wie Keime Antibiotika abwehren


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Frankfurt. 
Für den Kampf gegen multi-resistente Bakterien haben nun unter anderem Frankfurter Forscher wichtige Erkenntnisse gewonnen. Ein Ausweg aus der globalen Bedrohung besteht darin, die komplexen Abwehrmechanismen der Keime auf molekularer Ebene zu entschlüsseln. Eine internationale Gruppe unter Leitung der Goethe-Universität ist nun beim Darmbakterium Escherichia coli einen Schritt weitergekommen.
E.coli besitzt in seiner doppelten Zellmembran eine Pumpe, die eingedrungene toxische Substanzen wie Antibiotika wieder nach außen befördern kann. Diese Pumpe, das AcrB-Protein, besteht aus zwei Bereichen. Bereits vor einigen Jahren hat die Arbeitsgruppe von Prof. Martin Pos am Institut für Biochemie die Funktionsweise der Pumpe aufgeklärt. Zunächst wird das Antibiotikum erkannt und locker gebunden, im nächsten Zustand im inneren der Pumpe fest gebunden, und im dritten durch das Protein hindurch gequetscht und nach außen entlassen. Nun ist auch die Funktion der Transmembrandomäne bekannt: Sie befindet sich in der inneren Membran der E. coli-Zelle und liefert die Energie für den Antibiotika-Transport. Auch diese Domäne durchläuft während des Transportes einen Zyklus mit drei Phasen.
Die Erkenntnisse, die im Rahmen eines Sonderforschungsbereichs an der Goethe Universität und der europäischen „Innovative Medicines Initiation“ (IMI) gewonnen wurden, liefern möglicherweise neue Ansätze im Kampf gegen multiresistente Bakterien. IMI ist Europas größte öffentlich-private Partnerschaft zur Entwicklung besserer und sicherer Medikamente.
AcrB ist ein Modellprotein, welches sehr nahe Verwandte hat in anderen multiresistenten pathogenen Bakterien, wie zum Beispiel im Acinetobacter baumannii, einem besonders gefährlichen Krankenhauskeim. „Beim Menschen gibt es auch verwandte Proteine, die möglicherweise nach einem ähnlichen Mechanismus funktionieren. Sie transportieren jedoch nicht Antibiotika, sondern spielen eine wesentliche Rolle bei der Regulation des Cholesterin-Gehalts in den Zellen oder der Entwicklung des Embryos“, so Pos über die weiteren Anwendungsfelder des Forschungsergebnisses.
(red)

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Coli-Bakterien im Trinkwasser von Kesbern

http://www.derwesten.de/staedte/iserlohn/coli-bakterien-im-trinkwasser-von-kesbern-id9937370.html

WASSERVERSORGUNG
Coli-Bakterien im Trinkwasser von Kesbern
15.10.2014 | 18:07 Uhr


Vorerst geschlossen: Die Trinkwassergewinnungsanlage in Kesbern.Foto: Josef Wronski
Iserlohn.   Märkischer Kreis hat Anlage des örtlichen Beschaffungsverbandes bereits am 6. Oktober geschlossen

In Kesbern sind bereits am 6. Oktober coliforme Bakterien und Escheria coli im Trinkwasser festgestellt worden, wie der Märkische Kreis erst jetzt mitteilte. „Bereits am 7. Oktober haben die Stadtwerke Iserlohn die örtliche Trinkwasserversorgung übernommen, das Wasser ist seither völlig unbelastet“, sagt Hendrik Klein, Pressesprecher des Kreises. Eine akute Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung habe nicht vorgelegen.



Gefundene Bakterien können Durchfall verursachen
Coli-Bakterien sind per se ungefährlich. Sie kommen auch im menschlichen Verdauungstrakt vor. In hoher Konzentration können sie jedoch Durchfall, Übelkeit und Fieber verursachen. „Eine Häufung der Meldung von Erkrankungen seitens der Kesberner Bevölkerung liegt aber nicht vor“, so Hendrik Klein weiter. Grundsätzlich könne er entsprechende Fälle aber nicht grundsätzlich ausschließen.

Zur Ursache der Verunreinigung gibt es noch keine Erkenntnisse. Der Märkische Kreis hat dem für das Gebiet zuständigen Wasserbeschaffungsverband Kesbern mittels einer Ordnungsverfügung bis auf Weiteres untersagt, seine Trinkwassergewinnungs- und Versorgungsanlage nahe der Kesberner Straße weiter zu betreiben.

Die Überschreitung der Grenzwerte war bei der turnusmäßigen Probenahme und Untersuchung durch ein unabhängiges akkreditiertes Labor aufgefallen und dem Gesundheitsamt des Kreises vorschriftsmäßig gemeldet worden. Wie lange das Wasser bereits mit Bakterien belastet war, ist unklar. Die Anlage muss vorschriftsmäßig alle drei Monate beprobt werden. „Die letzte Probe vor einem Vierteljahr war völlig einwandfrei“, sagte Hendrik Klein.

Bei der Beprobung am 6. Oktober war ein Wert von „sechs koloniebildenden Elemente (KBE) je 100 Milliliter Wasser an coliformen Bakterien und vier KBE Escherichia coli“ festgestellt worden, wie es vom Landkreis weiter heißt. Vorgeschrieben ist in beiden Fällen ein Richtwert von Null.

Keine grundsätzliche Meldepflicht des Kreises
Als Grund für die um gut neun Tage verspätete Mitteilung des Vorfalls nannte Klein unter anderem weitere Untersuchungen und Reinigungsarbeiten an den Rohrleitungen durch die das belastete Wasser geflossen war. Grundsätzlich bestehe in diesem Fall auch keine Meldepflicht des Vorfalls seitens des Kreises – auch weil das bereits ab dem 7. Oktober von den Stadtwerken angelieferte Wasser bedenkenlos nutzbar sei. Das Bundesumweltamt empfiehlt auf seiner Internetseite jedoch, die Bevölkerung unmittelbar zu informieren.

Der Wasserbeschaffungsverband Kesbern muss nun bis spätestens Ende Dezember nachweisen, dass die betroffene Anlage den „allgemein anerkannten Regeln der Technik entspricht“, wie es vom Kreis heißt. Vor der Wiederinbetriebnahme fordert der Kreis zudem, das Trinkwasser von einem unabhängigen Labor untersuchen zu lassen.

Neben der vierteljährlichen Beprobung des Trinkwassers sieht der Gesetzgeber auch eine umfassende Überprüfung von Wassergewinnungsanlagen alle zwei Jahre vor.

Tim Gelewsk

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